Solange es hell ist

Rezension

Drei Kinder und ein unbestimmtes Ziel. Eine Reise ohne Mutter, ohne Eltern. Sorgen um Geld, um einen Schlafplatz, um einander. Und das alles nur wegen eines Leuchtturms?

VON ALINA

 

Es sollte ein ganz normaler Urlaub für Mika und ihre Familie werden. Ihre Mutter hat lange darauf gespart und die Hütte, in der sie die Sommerferien verbringen wollten, ist einfach traumhaft. Doch ihre Mutter ist nicht wie jede andere. Denn plötzlich ist sie weg und lässt Mika und ihre Geschwister zurück. Da sie die große Schwester ist, muss Mika nun eine Entscheidung treffen. Mit ihrer Schwester Penny und ihrem Bruder Elias unternimmt sie einen riskanten Road-Trip mit dem Ziel, ihren Vater zu finden. Der einzige Hinweis, den sie hat, ist der Leuchtturm, den ihre Mutter immer und immer und wieder gezeichnet hat. Ohne Führerschein fahren die drei mit dem Auto durch ganz Deutschland, von einem Leuchtturm zum anderen. Zwischen Pennys Gezicke, dem Jammern von Elias und der Frage, ob sie heute Nacht ein Dach über den Kopf haben werden, ist nicht viel Platz für Mika. Doch was passiert, wenn dann noch die Liebe dazwischen kommt?

Alexandra Kui ist eine unheimlich talentierte Schreiberin. In ihrem Werk verbergen sich viele Symbole und Zeichen, die die unterschiedlichen Ereignisse der Geschichte miteinander verbinden. Faszinierend hier ist der Realismus. Alles läuft schief, was nur schief gehen kann. Das Auto geht kaputt, sie verlieren ihre Sachen und auch das Geld wird knapp. Mika, die versucht das Verschwinden ihrer Mutter und die an ihr nagenden Probleme vor ihren Geschwistern zu verbergen. Penny, die ahnt was vor sich geht und ihrer Schwester trotz aller Streitereien vertraut. Und Elias, der noch viel zu jung ist, um das alles zu verstehen. All das wird so real und nachvollziehbar, weil es der Autorin gelingt die Gefühle der Personen sehr genau und authentisch zu beschreiben.

Wo wir auch schon bei den Charakteren wären. Man verliebt sich sofort in sie. Die Beziehung der drei ungleichen Geschwister ist zwar keineswegs perfekt, aber sie vertrauen einander und im Ernstfall halten sie zusammen.Schön ist auch die Romanze, denn sie wirkt gar nicht erzwungen. Es ist keine Liebe auf den ersten Blick, sondern es ist ein authentische unsicheres Hin und Her. Mikas oberste Priorität aber bleiben immer ihre Geschwister, das ist es, worum es in „Solange es hell ist“ wirklich geht. Das Einzige, was verwirrend war, ist das Verschwinden der Mutter. Ist sie weggelaufen? Oder ist sie tot? Im Buch wird es hin und wieder erwähnt, aber es wird nie konkret gesagt, was passiert ist. Wahrscheinlich war das ja die Intention.

„Solange es hell ist“ ist ein Buch über Familienbande und über Vertrauen. Eine Reise ins Ungewisse und das Schicksal von Kindern. Das Buch ist absolut lesenswert und eignet sich besonders für Fans von Roadtrips.

 

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