Wissen wir oder wissen wir nicht?

Lasst uns feiern, dass wir wissen

VON KRISTINA

 

Ein Baumhauskonstrukt aus Holzwaben, ein knarrendes Geländer und Kinderstimmen sind zu hören. Wer hätte gedacht, dass es hier um so etwas wie große Häuser mit tausenden von Büchern geht? Denn bei diesem Festival wurde gezeigt, wie viel mehr Bibliothek bedeuten kann. Vor allem um solche Fragen ging es:

            Was stellt man sich heute unter dem Ort Bibliothek vor?        Welche Bilder im Kopf entstehen?

Wahrscheinlich Lernen und etwas, wo man hingehen muss. Studierende sieht man ja ständig dort sitzen. Wann wart ihr das letzte Mal (freiwillig!) in einer Bibliothek? Vielleicht sollte sich das ja ändern oder wenigstens der Blickwinkel auf einen Ort, der einem eigentlich alle Türen zum Wissen öffnet. Wer keine Lust auf Lesen hat, kann hinter den Glastüren mehr als nur Bücher finden und seinen Horizont über Bild und Ton erweitern. Bibliothek ist nicht automatisch mit Bücher ausleihen und einem Platz zum Lernen und Arbeiten zu verbinden. Es ist zu so viel mehr geworden. Wir sind im Wandel unserer Zeit und der Verbund der Bibliotheken hat gezeigt, dass er mit den Zeiten Schritt hält. Das Fest gab dafür einen sehr schönen Vorgeschmack. In diesen zwei Tagen war Bibliothek ein Inbegriff des Wissens und gleichzeitig wurden die Grenzen des Wissen oder Nichtwissens aufgezeigt, ebenso wie der Unterschied zwischen Bescheid wissen und einfach wissen. Wer weiß was und wie viel?

 

  • Bibliotheksfest 2018
  • Bibliotheksfest 2018
  • Bibliotheksfest 2018

 

Politik spielt mehr und mehr eine Rolle. Meinung und Wahrheit waren dadurch auch Themen, die in Vorlesungen, Installationen und Workshops Platz fanden. Wissen in Richtung Politik und Gesellschaft, aber auch Wissen in Richtung Zukunft. Wie sieht die Bibliothek der Zukunft aus? Was können wir erwarten und uns auch wünschen? Wie kann Wissen über unsere Umwelt uns helfen die Zukunft zu gestalten? Was braucht eine Bibliothek in unserem Jahrzehnt und den folgenden?
Bücher reichen uns eben nicht mehr aus und eine klassische Bibliothek , wie es früher mal der Fall war, gibt es auch nicht mehr. Wie sieht eine moderne Bibliothek aus? Digital. Kooperativ. Kulturell vielfältig.

Das Fest

Upcycling-Workshop, Comics zeichnen, Live-Übertragung nach Kabul- in einer schwarzen Kammer sah man Männer auf exotischen Instrumenten spielen, eine Frau winkte lächelnd. So kann man Wissen aus vielen Ländern zusammentragen.
Amerikaner animierten einen zum Sticken von Flaggen und viele, viele Schreibworkshops zeigten, dass Schreiben nicht nur etwas für Autoren ist. Musik baute die Brücken, Menschen tanzten ungezwungen mit den Armen in der Luft zu den verschiedensten Gruppen, aber Literatur kann das auch. Literatur kann uns auch verbinden, wir müssen es nur zu lassen. Wissen zulassen und mal weiterdenken, als nur hinter unseren Display.

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