Musik hören

Auf dem jup!od sind immer die neusten Hits für euch. Jup!-Redakteurin Sina hört sich die neusten Alben an. Diese Woche mit dabei Niall Horan und The Baseballs.

VON SINA, 20.10.2017

 

Das erste Album der Woche wird sicherlich schon von einigen Teenies seit Wochen ersehnt. Und das völlig zu Recht! Niall Horan startet heute mit seinem ersten Soloalbum „Flicker“ durch. Was der Singer-Songwriter ohne seine Bandkollegen von One Direction produziert hat, haben wir uns schon einmal angehört.

Mit „Since We're Alone“ ist ein Song auf dem Album, der sich sehr dem One Direction-Charakter anpasst. Gitarrenklänge mit klaren Drums und leisen begleitenden Backgroundstimmen in einem angenehmen Tempo wirken beruhigend und passen sich gut an den Inhalt an. Es wird ein Mädchen angesprochen, welchem versprochen wird, sie könne einem vertrauen und muss sich nicht mehr verstellen. Die unverwechselbare, eher hohe Gesangsstimme des Iren wird dadurch besonders in Szene gesetzt. Sie passt auch weniger zu schnelleren Rhythmen oder lauten Klängen, was bei Titeln wie diesem besonders auffällt.

Mein persönlicher Favorit ist „One The Loose“. Der Song handelt von einem selbstbewussten Mädchen, welche die Blicke und die Aufmerksamkeit ihrer (männlichen) Mitmenschen genießt, sich jedoch nicht davon ablenken lässt und ihr Ding selbst durchzieht. Der Track ist komplett im „Flicker“-Stil, jedoch der einzige, bei dem deutlich die Bearbeitung im Studio raushörbar ist, was vom stimmlichen Können gar nicht notwendig gewesen wäre. Der Fluss des Songs, wie er rübergebracht wird, lässt thematisch passend sofort an das beschriebene Mädchen denken. Das typische Mädchen von nebenan, dem man verfallen muss – ebenso wie man diesem Album insgesamt verfallen muss.

Auch hebt sich “Seeing Blind“ von den anderen Songs ab, denn er ist der einzige, der ein Featuring enthält. Maren Morris schafft mit Harmonien im Refrain eine ruhige Country-Atmosphäre. Die Stimme des Iren fällt damit in eine eher tiefere Lage, was eine gute Möglichkeit ist, eine weitere Seite seiner gesanglichen Möglichkeiten darzustellen.

Mit „This Town“, „Slow Hands“ und „Too Much Too Ask“ wurden vorab schon drei Singles veröffentlicht, die zum einen die Wartezeit verkürzten, zum anderen aber auch den Stil des Albums gut zeigten. Hauptsächlich findet man gefühlvolle, langsame Rhythmen, für die Horan wie gemacht zu sein scheint. Und sich auch offensichtlich mit am wohlsten fühlt. Zum anderen findet man kleinere Passagen, die sich von der Rhythmik leicht abhebt, aber von den Instrumenten und der Thematik gleicht.

Nachdem sein Bandkollege Harry Sytles also bereits im Mai mit seinem Soloalbum vorgelegt und begeistert hat, zieht Niall Horan absolut würdig nach und zeigt, dass man auch ihn auf dem Schirm haben sollte. Man sollte erwähnen, dass das Album im Vergleich zu Styles' eher eine Linie verfolgt und weniger abwechslungsreich ist. Trotzdem ist es angesichts der Jahreszeit eine super Einstimmung auf den Winter und für ruhige Entspannungstage mehr als gut geeignet.

Neugierig geworden ? Am 21.04. kommt Niall Horan mit „Flicker“ nach Berlin ins Tempodrom für eins seiner sechs Konzerte in Deutschland, Österreich und der Schweiz.

VON ZORA

Subjektivität ist etwas, was mir hier nicht gelingen wird. Wie könnte es auch? Wenn einen etwas mitten ins Herz und in die Seele trifft, wie sollte man da neutral und unbeeinflusst sein? Elif. Ein Name – einfach und schlicht, doch mit so viel Tiefgang dahinter. Die persönlichen Texte sind simpel und einfach, doch genau diese Einfachheit gibt ihnen die Kraft, für so viele zu sprechen.

Ich habe schon einige Konzerte in meinem jungen Leben erlebt, doch kein Pop- oder Rock- Konzert konnte stimmungsmäßig mit dem von Elif mithalten. Durch ständige Kommunikation mit den Zuschauern wurden die persönlichen Texte über Trennungen und Familienprobleme nur noch persönlicher und bestätigen meine neuaufgestellte These: "Musik ist eines der intimsten Dinge dieser Welt. Durch Sie erkennt man den wahren Charakter eines Menschen." Und der Charakter von Elif ist ein wahrhaftig schöner und berührender.

Seit ich klein bin, schallen in meinem Kopf die Worte meiner Oma wieder: "Familiensachen gehen niemanden da draußen etwas an.“ Wieso sollte es auch?! Es sind für mich private Sachen, die niemand so einfach von mir erfahren würde oder die ich gar auf einer Bühne erzählen würde. Elif hingegen spricht mit entspannter Stimme vor ausverkauftem Saal über die Kommunikationsprobleme in ihrer Familie, Liebeskummer und Trennungen. Dies alles auf eine Art, die einen vollen Saal gebannt und voller Respekt zuhören lässt. Eine Rede mitten im Konzert über die über Generationen mitgegeben Verhaltensmuster und der Aufruf, sich so zu zeigen und einander zu lieben, wie man ist.

Eine deutsche Songwriterin auf dem Weg nach ganz oben in die Herzen der Menschen, mit purer Ehrlichkeit.

 

Du willst mehr über Elif erfahren? Wir trafen sie zum Interview!

VON OLIVER MATTUTAT

In Berlin sind so ziemlich jeden Abend Konzerte in den unzähligen Clubs und Konzerthallen der Stadt. Einen guten Künstler erkennt man gerade an diesen Live-Auftritten. Wir haben heute für euch insgesamt zwölf Tickets für die Konzerte von drei großartigen Künstlern in der Hauptstadt.

Sion Hill

Der sympathische Ire geht auf seine erste eigene Clubtour in Deutschland. Uns hat er in unserem Interview einige Fragen über sein Debütalbum Elephant beantwortet. Außerdem hat er uns auch eine Kostprobe von seiner Platte gegeben. Dabei hört man auch schon die großartige Stimme des jungen Manns. Da muss man auf jeden Fall mehr hören wollen. Sion Hill tritt am 31.10.2017 um 20 Uhr im Musik und Frieden (Falckensteinstr. 48 – 10997 Berlin) auf.

Seven

Nach seiner Teilnahme bei der Musikshow Sing meinen Song im letzen Jahr ist der Schweizer Seven in ganz Deutschland bekannt. Seit 2002 hat er schon neun Studio- und drei Livealben veröffentlicht. Sein neustes Album 4Colors kam im Juli diesen Jahres in die Läden. Das hat er natürlich im Gepäck, wenn er in die Hauptstadt kommt.

Am 15.11.2017 um 20 Uhr könnt ihr den Schweizer im Astra Kulturhaus (Revaler Str. 99 – 10245 Berlin) live erleben.

Ivy Quainoo

2012 gewann Ivy die Show The Voice Of Germany. Von da an veränderte sich ihr Leben grundsätzlich. 2015 zog die Sängerin nach New York, um Schauspiel zu studieren. Trotz dieses Studiums fand die 25-jährige Zeit, weiter an ihrer Musik zu arbeiten. Jetzt kommt sie zurück nach Deutschland um ihre Hits von den ersten beiden Alben und die neuen Songs zu präsentieren.

Am 24.11.2017 ist die gebürtige Berliner  um 20 Uhr im Lido (Cuvrystr. 7 - 10997) auf der Bühne.

 

Gewinnspiel

Wir haben für jedes Konzert 2x2 Tickets, die wir unter euch verlosen wollen. Mitmachen ist ganz einfach! Entweder schreibst du uns eine E-Mail an oliver@jup.berlin mit dem Namen des Künstlers, zu dessen Konzert du möchtest – oder du kommentierst unseren Facebook- oder Instagram-Post mit dem jeweiligen Namen. Einsendeschluss ist der 10.10.2017 um 18 Uhr. Eine doppelte Teilnahme ist ausgeschlossen. Wir wünschen dir viel Erfolg!

Während in den Hallen des Messegeländes Berlin über 100.000 Menschen die neueste Technik bewunderten, fanden sich im Sommergarten zum achten Fritz DeutschPoeten-Festival  national bekannte Künstler*innen zusammen. Am Freitag waren es Milliarden, Madsen und Jennifer Rostock, die ca. 13.000 Besucher begeisterten.

 

VON SINA UND JANIK EMIL

Das Line-Up des diesjährigen Fritz-Deutschpoeten-Festivals  scheint bei keinem Wünsche offen gelassen zu haben.  Den Anfang machte am noch jungen Abend die sechs-köpfige Rockband Milliarden. Vor knapp einem Jahr noch als Vorgruppe von „Ton Steine Scherben" unterwegs, hatten sie dieses Jahr die ehrenwerte Aufgabe, das DeutschPoeten-Festival zu eröffnen. Die Fans erwartete Rock auf höchstem Niveau. Milliarden hatten sogar schon einen Auftritt auf dem "Rock am Ring"-Festival.

 

Aller Anfang ist schwer

Jedoch - wie eigentlich jedes  Jahr - hat die Auftaktband es immer am schwersten: Nur wenige Fans haben sich vor der Bühne schon versammelt, wenige Leute haben sich generell schon auf dem Festivalgelände eingefunden und die Menge ist  noch nicht in der richtigen Partystimmung. Allerdings gerade der letzten Punkt kann bei Milliarden nicht bestätigt werden. Sie schafften es trotz dieser hemmenden Faktoren, die Zuschauer aufzuwecken und schafften damit den perfekten Übergang zur nächsten Band.

 

Zeit zum Mitsingen – Madsen auf der Bühne

Nach der ca. 30-minütigen Umbaupause folgte Madsen. Davor wurden die Bierbecher aufgefüllt, die Stimmung hebte sich. Der Platz vor der Bühne wurde voller, die Wiese dichter besetzt. Es wurde lauter. Nach dem 10-jährigen Jubiläum ist die Indie-Rock-Band schon deutlich bekannter als Milliarden. Merkbar auch daran, dass die Songs flüssiger mitgesungen werden konnten. Es wurde mehr getanzt, auf den Rängen wurden private Gespräche eher eingestellt.  Der erste Höhepunkt war bei "Mein Herz bleibt hier" erreicht.

Die Liebe zu Berlin drückt die Band Madsen gern aus. Sie spielen mit dem Publikum, genießen sichtlich die Aufmerksamkeit. Während die Band um die Brüder Johannes, Sebastian und Sascha Madsen bereits seit 13 Jahren ihre Hits auf Festivals und eigenen Tourneen präsentieren, herrscht auch im Publikum eine familiäre Stimmung. Die Texte musste man nicht kennen, um den Auftritt genießen zu können. Auch als die Sonne hinter der Bühne unterging, entstand eine gemütliche Lagerfeuer-Atmosphäre.

 

Krönender  Abschluss am Freitag: Jennifer Rostock

Das Schlusslicht des Abends bildete Jennifer Rostock. Bier wurde vorher wieder aufgefüllt, die letzten Zuschauer betraten den Sommergarten. Auf rein musikalische Details muss man nicht groß eingehen. Ein Ohrwurm nach dem anderen wurde performt.

„Wie wär´s noch mit ‘nem Schnaps?!“(Jennifer Weist). Die Menge grölt: „Ja“. Jennifer Weist ruft: „Zicke zacke, zicke zacke“, die Menge antwortet lautstark: „Hoi, hoi, hoi!!!“  und weiter geht’s. Frontfrau  Jennifer  Weist fiel  vor allem wieder durch ihre sehr  freizügige Kleidung auf. Passend zu den politischen Texten und zusammen mit der rockigen Linie, die sich wie ein roter Faden durch den Abend zog, war die Band  ein perfekter Abschluss für den ersten Abend.

Der irische Sänger Sion Hill brachte am 25. August sein Debütalbum "Elephant" heraus. Um Werbung für sein Album und seine Musik zu machen, tourte der Anfang Zwanzigjährige für Live Sessions durch Europa. Jeden Tag eine andere Stadt. Wir haben ihn bei seinem Stopp in Berlin getroffen.

VON JANIK EMIL

Dieses Wochenende geht’s richtig ab! Zum inzwischen achten Mal stellt der Jugendradiosender Fritz die Neuen DeutschPoeten vor.

Anfangs (Sommer 2010) noch im ausverkauften Astra und dann aufgrund der großen Nachfrage schließlich in den Folgejahren im IFA-Sommergarten der Messe Berlin.

Jährlich feiern bis zu 13.000 Fans in der wohl schönsten Open Air Arena der Hauptstadt die Neuen DeutschPoeten.

Die Grundidee des Festivals besteht darin, dass deutschsprachige Musiker*innen, welche  sich vor allem durch ihre Texte auszeichnen, auf das Festival eingeladen werden und sie dort ihr Talent zeigen können. So gibt es auch für etwas unbekanntere Künstler*innen die Chance, mal auf einer großen Bühne zu performen.
Für Lotte, Ace Tee, Dat Adam und Faber bietet sich erstmalig die Möglichkeit auf dem Festival aufzutreten.

Doch auch die Musikliebhaber*innen, die mehr auf die Superstars der Deutschpopszene stehen, kommen auf ihre Kosten – so werden Headliner wie Jennifer Rostock, Madsen, Milliarden, Philipp Poisel, Prinz Pi und Von wegen Lisbeth die Bühne rocken.

Insgesamt kann man sagen, dass sich an diesem Wochenende die Crème de la Crème der deutschsprachigen Musik trifft.

Ach übrigens: dies ist eines der wenigen Festivals, das über mehrere Tage geht und ohne Campingplatz ausgestattet ist. Also selbst bei schlechtem Wetter, wie es ja bereits schon angekündigt wurde, muss man dann wenigstens nicht platschnass im Zelt übernachten.

Auf dem jup!od sind immer die neusten Hits für euch. Jup!-Redakteur Olli hört sich die neusten Alben an. Der jup!od verabschiedet sich in die Sommerpause mit einem Newcomer!

 

VON OLIVER MATTUTAT, 28. Juli 2017

 

Ich hoffe, ihr habt wunderbare Ferien! Heute gibt’s den letzten jup!od vor der Sommerpause. Denn nun geht der jup!od in den Urlaub, um in Herbst dann wieder durchzustarten.

 

Hip-Hop-R&B-Mix aus den USA

Luke Christopher ist bisher nur Musikexperten ein bekannter Name. Das will der junge Amerikaner jetzt ändern und veröffentlicht sein Debütalbum.

Mit Lot To Learn sorgte der Amerikaner Luke Christopher das erste Mal für größeres Aufsehen. 2015 wurde der Song veröffentlicht. Die vergangenen zwei Jahre nutzte der gebürtige Kalifornier, um an weiteren Songs zu schreiben. Das Ergebnis kann man auf seinem Debütalbum TMRWFRVR hören. 15 Lieder umfasst die Platte. Für alle, die sich immer noch fragen, was der Titel bedeuten soll, hier die Auflösung: TMRWFRVR steht für Tomorrow Forever also Morgen für immer. Dabei knüpft der Titel auch an seine ersten beiden EPs an. Diese hießen  YSTRDY (Yesterday - gestern) und TMRW (Tomorrow - morgen).

Zu hören bekommt man Hip-Hop mit R&B-Einflüssen. Der 24-jährige bleibt dabei somit seinem Sound treu.

Die Singleauskopplung Waterfalls handelt davon, dass Luke es bereut, sich von einer Frau entfernt zu haben. Er klingt ein wenig nach einem John Legend Song.

Ein anderer Song, der auch sich auch um eine Frau dreht ist, Heartbreak Fiction. Es ist ein Brief an eine Freundin, in dem er sich für die negativen Aktionen in der Beziehung entschuldigt, während er in Erinnerungen schwelgt.

Als letztes kommt dann sein bekanntester Song - Lot to Learn. Es ist sein bekanntester Song. Dafür hat Luke auch eine Erklärung: "Der Grund, warum der Song so erfolgreich ist, ist, dass man sich gut darin wiederfinden kann." Außerdem erinnert er sich auch noch, wie er den Hit schrieb: "Ich saß am Klavier und da fiel mit der Chorus ein. Danach machte ich den Beat und danach dann die anderen Dinge.

Ein Album, das vieles richtig macht, auch wenn es ein wenig experimentell anmutet. Fast jeder Song könnte so sofort bei uns im Radio laufen. Entspannte Musik für die Sommerferien! Viel Spaß und bis bald!

GASTBEITRAG VON JASPER | Handicap Lexikon

Vom 14.07. bis 16.07.17 fand das Melt Festival in Gräfenhainichen statt und ich war mit einem sehr guten Freund da. Es war toll, die Location ist ein ehemaliges Bergwerk mit großen Kränen. Die Bühnen stehen verteilt auf dem Gelände.

Leider gibt es nur an den zwei Hauptbühnen erhöhte Tribünen für Menschen mit Handicaps. Aber da wir eh hauptsächlich nur an den zwei Hauptbühnen schauen und feiern wollten, war das kein Problem. Die Tribünen sind schon besser. Dort hat man mehr Platz und kann über die anderen Leute direkt auf die Bühne schauen.

Allerdings mussten wir dorthin etwas länger laufen, um dort barrierefrei vor die Bühne zu kommen. Gelaufen sind wir durch den Backstage-Bereich, da dort keine Stufen sind. Dabei haben wir tatsächlich die Band „Bilderbuch“ nach ihrem Auftritt auf ca. 3 Metern gesehen. Wir haben aber nichts gemacht und uns einfach nur innerlich gefreut.

Besonders gut waren „The Kills“, „Warpaint“, „Soulwax“ und „Haithi“. Allerdings der Burner waren „Die Antwoord“ mit ihrer super Show und Musik. Das war ein gelungener Abschluss.

Und natürlich das Trinken mit meinem Begleiter. Erstmal vorglühen in unserer Unterkunft mit „Turbo-Mate“ (Mate mit Wodka). In das Festival schmuggelten wir immer „Wodka O“ oder meinen Favoriten: „Wodka Ananas-Kokos“. Der Trick ist, wenn ich mit meinem Rollator zu solchen Veranstaltungen gehe, werde ich nie kontrolliert. Von daher nutze ich zu diesen Anlässen gerne den „Behindertenbonus“.

Und die Festival-Saison geht weiter! Und zwar mit drei Tagen Indie-Rock am Störmthalersee. Vom 18. bis 20. August findet hier im Landkreis Leipzig das Highfield-Festival statt, das sich mit 35.000 Besuchern im letzten Jahr als wichtigstes Festival in seinem Genre etabliert hat.

VON LOTTA

Doch Indie-Rock ist nicht alles was das Highfield zu bieten hat. Zu den Headlinern gehörten in den letzten Jahren nicht nur echte Größen des Rocks wie die Ärzte, Rammstein, Beatsteaks und Billy Talent, sondern auch Seeed, K.I.Z und Irie Révoltés, die sich musikalisch eher anderen Richtungen zuordnen lassen.

 

Line-up 2017

Wir sprachen von Größen des Rocks und die gibt es auch dieses Jahr wieder, die meisten von ihnen sind nicht zum ersten Mal auf dem Highfield.

Schwer, und eigentlich auch unnötig, zu sagen, auf wen man sich von den dreien am meisten freut. Die Toten Hosen als Urgestein des deutschen Punk-Rocks, der britische Alternative-Rock Export Placebo oder doch eher Billy Talent, die sich musikalisch am besten zwischen ihren Kollegen einordnen lassen.

Doch Lieblinge finden sich nicht nur unter den Headlinern. Womit sollen wir anfangen?

Am besten mit einer Band, die uns seit ihrem Durchbruch nicht enttäuscht hat. Dürfen wir vorstellen: Milky Chance! An ihnen kam in den letzten Jahren wirklich niemand vorbei und auch wer mit dem Begriff Folktronica so gar nichts anfangen kann, fängt spätestens nach den ersten paar Tönen von Sadnecessary, Down by the River und Stolen Dance an mitzusummen.

Kraftklub, Aligatoah, Antilopen Gang - ebenfalls keine Neulinge im Musikgeschäft.

Was sie alle gemeinsam haben? Deutschsprachige Texte mit mal mehr und mal weniger emotionalem und politischem Tiefgang, die aber auf jeden Fall im Ohr bleiben und ein textsicheres Publikum versprechen. Wir freuen uns!

Dann wären da noch Irie Révoltßes, die wir euch ja schon nach dem Hurricane als unsere Lieblinge vorgestellt haben, und die ihre politische Meinung ein bisschen eleganter und weniger ironisch mit deutsch-französischen Texten zum Ausdruck bringen. Musikalisch alles, aber vor allem energiegeladen gegen jede Form von Vorurteilen werden uns die neun Bandmitglieder sicher auch ein weiteres Mal nicht enttäuschen.

Und es geht weiter mit einer Band, auf die wir als Berliner besonders stolz sind: Von Wegen Lisbeth! Ihren Durchbruch schafften die fünf erst letztes Jahr und doch singt Berlin schon begeistert ihre Lieder, und das obwohl sie sich einer Musikrichtung zuordnen lassen, die man sonst lieber nicht beim Namen nennt: Indie-Pop. Doch irgendwie schaffen es die Lisbeths genug Skurrilität und Berliner Insider in ihre Texte und Musikvideos zu packen, dass ihnen das hier keiner übelnehmen kann. Wir auch nicht!

Wenn der Pegel steigt, freuen wir uns dann auf SDP, 257ers und SXTN. Niveau im Minusbereich, dafür Texte, die man besonders gut und besonders laut nach ein paar Runden Bierball mitgrölen kann. Aber bitte nicht drüber nachdenken, sonst macht keinen Sinn!

Doch das Highfield wäre nicht das wichtigste Indie-Rock Festival, wenn das schon alles wäre. Casper, Frittenbude, Feine Sahne Fischfilet, The Offspring, Beginner und so viele weitere hammer Acts warten auf uns. Und auf euch, wenn ihr euch beeilt! Noch gibt es Tickets.

 

Wie jedes Jahr verwandelte sich die Motorrad-Sandrennbahn Eichenring im niedersächsischen Scheeßel Ende Juni in ein Festivalgelände. Vom 23.-25. Juni hieß es also „Rocken, raven, rutschen!“ anstatt „Auf die Plätze, fertig, los!“. Wir sind für euch hingefahren, abgesoffen und haben im Auge des Hurricanes getanzt!

VON LOTTA

Auch wenn das Festival eigentlich nur drei Tage, also von Freitag bis Sonntag, geht, spielen Donnerstagabend für gewöhnlich schon die ersten DJs, um die bereits einen Tag vorher angereisten Besucher etwas in Stimmung zu bringen. Ebenso Tradition wie diese Warm-up-Partys scheinen beim Hurricane allerdings sintflutartige Unwetter zu sein. Während das Festival letztes Jahr aufgrund des schlechten Wetters sogar mittendrin abgebrochen wurde, baten die Veranstalter die Gäste dieses Jahr nur darum, von einer Anreise vor Freitagmorgen abzusehen. Gesagt, getan, entgingen wir auf diese Weise tatsächlich dem größten Unwetter.

Als das Auto geparkt, die Bändchen abgeholt und letztendlich auch das Zelt aufgebaut war, ging es für uns also direkt zu den ersten Bands.
Von unserem Zeltplatz zum Festivalgelände waren es etwa 15 Minuten, die immer gut genutzt wurden, um das letzte Bier auszutrinken, denn wie auf Festivals üblich galt auch hier: keine mitgebrachten Getränke auf dem Festivalgelände!

In der Regel sind aus Sicherheitsgründen nur Tetrapacks erlaubt, je nach Kulanz der Security am Eingang sind jedoch auch diese manchmal nicht gern gesehen.

Zum extra abgesperrten Festivalgelände gehörte der gesamte Bereich um die vier Bühnen, inklusive all der Stände an denen Menschen mit mehr oder weniger großer Begeisterung Geld ausgeben können. Unzählige Essens-und Getränkestände mit allen Klassikern und teilweise auch wirklich ausgefallenen Sachen, die neben dem mitgebrachten Dosenfutter für Restaurantpreise erworben werden konnten. Besonders abends, wenn man am liebsten keine der Bands mehr verpassen möchte und trotzdem was zu Essen braucht, war der Ansturm auf dieses Angebot groß. Auch wir standen das ein oder andere Mal in den meist recht übersichtlichen Schlangen. Bao Bao Burger, Mexikanische Pommes und Co. kosteten alle zwischen fünf und sieben Euro und waren für uns das Geld absolut wert.

Wer lieber für länger anhaltende Souvenirs Geld ausgibt, fand sich an den Merchandise-Ständen wieder. Besonders die Pullis und T-Shirts mit dem Hurricane-Logo sah man überall, ob an den Ständen oder an den Besuchern. Ansonsten gab es natürlich von Bauchtaschen, über Sonnenbrillen und Goa-Hosen alles, was das Festivalbesucher-Herz begehrt.

Wer im Vorhinein schon an den Essentials gespart hatte, ging erstmal zu Penny, einer eigens für die drei Tage aufgestellten Festival-Version des bekannten Discounters. Dort gab es zu ganz normalen Preisen hauptsächlich Essen aus Kühltheken, etwas Obst und Gemüse, sowie für die, die das Wetter unterschätzt hatten, Gummistiefel und Regencapes!

Apropos Wetter… wie bereits gesagt, hatten wir das schlimmste Unwetter abgewartet und mussten es so nur schaffen, die drei Tage mehr oder weniger trocken zu bleiben. Das wäre ohne Gummistiefel und Regenjacken allerdings schwer geworden. Nachdem es die erste Nacht fast durch geregnet hatte, war das Gelände bereits Samstagmorgen eine Schlammwüste der Extraklasse. Doch davon hat sich die Menge nicht runterziehen lassen, und wir natürlich auch nicht!